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Das waren die Lieder auf Banz 2017

Impressionen eines Abends mit Freunden...

Bilder: Helmut Oelschlegel

Nach dem gelungenen Auftakt der "Lieder auf Banz" 2017 geht es nahtlos weiter. Das traditionelle Liedermacherfestival auf der Klosterwiese wird auch 2018 wieder am ersten Juli-Wochenende, also am 6. und 7. Juli, stattfinden.

Bereits jetzt steht ein hochkarätiges Programm mit bekannten und herausragenden Namen fest. Allen voran wird der wohl größte Musikexport Österreichs, Rainhard Fendrich, dabei sein. Mit ihm werden langjährige Begleiter des Festivals auf der Bühne stehen: Konstantin Wecker, Bodo Wartke und Pippo Pollina haben über Jahre hinweg die Atmosphäre auf der Klosterwiese geprägt.

Auch nächstes Jahr werden sie gemeinsam mit ihrem Publikum zwei unvergleichliche Sommerabende zelebrieren. Ein neuer Mitstreiter im Kreise der Banz-Freunde ist der begnadeter Blues-, Rock-und Soulsänger Andreas Kümmert. Weitere Singer-/ Songwriter folgen.

VIVA VOCE hat sich 2017 als mehr als würdig erwiesen, die "Lieder auf Banz" als Gastgeber zu moderieren. Gewohnt charmant und musikalisch herausragend wird das A-Capella-Quintett auch 2018 das Publikum durch den Abend führen.

Ausgewählte Pressestimmen

"Tonträger" der besonderen Art auf Banz, Markus Häggberg, FT

Es lag etwas in der Luft, etwas von Optimismus und Neuausrichtung. Ade Songs an einem Sommerabend, willkommen Lieder auf Banz. Das Neue umfing auch die Laune beim traditionellen Nachwuchspreisträgerkonzert der Hanns-Seidel-Stiftung. Die im Seminarraum des Klosters an die Preisträger ergangene abendliche Donnerstagsfeuertaufe für die große Bühne an den beiden Folgetagen geriet fröhlich und befreit.

Mehr als nur Ersatz
Einer, der ungewollt-gewollt dafür sorgte, war auch Hans-Peter Niedermeier. Eine Interimslösung, von der man nun mehr möchte. Als Ersatzmann für einen verhinderten Moderator eingesprungen, ist das langjährige Jury-Mitglied des Preisträgerwettbewerbs eingesprungen. Launig, originell, ein lampenfieberbefreiter virtuos plaudernder Brückenbauer zwischen Bühnenumbaupausen und Preisträgerauftritt. Er riss hin, nahm die Menge ein. In gewisser Weise ebenso eine Entdeckung des Abends, wie Fee Badenius, Marcel Brell oder die Band "Tonträger".

Und an ihnen lässt sich zumindest für dieses Jahr etwas feststellen: die Rückkehr gewandter unverbrauchter Fabulierlust in deutscher Sprache, irgendwo angesiedelt zwischen leisem Kabarett, absurder Komik und szenischen Erzählungen. Aber auch eine stärkere Betonung rockiger Elemente.
Was zudem neu ist: Statt vier Nachwuchspreisträger gibt es fortan nur noch drei, dafür aber kommen die in den Genuss eines aufgestockten Preisfonds. Einer von ihnen ist der Berliner Marcel Brell. Seine Lieder seien laut Programmheft "wie Filme im Kopf, zwischen Fakten und Fabulierlust" führe er kreuz und quer durch sein Universum, mit Raum für eigene Gedanken.

Lied vom wohligen Scheitern
Das trifft es ziemlich genau, denn wenn er sich in seinem Lied neben einen vom Regen und Leben begossenen Menschen stellt, stellt er sich auch unter Gedanken zum Regen, wird er philosophisch, bedauert am Ende gar, das Ende dieser Erfahrung. Mit dem nächsten Lied aber bewies er Entertainer-Qualitäten, forderte mehr "Asoziales" beim Franken ein, schwor das Publikum auf Mitleid für sich ein. Denn immerhin, das erfährt man in seinem Leben, schrieb er einer Anja einst zwei Lieder, ohne dass etwas passiert sei. Ein Lied vom wohligen Scheitern, davon, dass er sich "durchs Abi gefummelt" habe, den Heisenberg aber doch noch erklomm. Eine geglückte Chiffre für ein versöhnliches Ende, Werner Heisenberg, den Denker der berühmten Unschärferelation zu einer topographischen Erhebung umdeutend.

Wortwitz war auch Fee Badenius' Stärke. Sie und ihre Band aus dem Ruhrgebiet angereist, wirkte als um die Ecke denkende und singende heitere Beschwerdeführerin im Leben. Mit liebenswerter Resignation, gebettet in Bilder wie diesem: "Ich habe jetzt einen neuen Rekord im 100m-Lauf: 65 Meter." Genüsslich sezierte sie peinliche Situationen, etwa Begegnungen mit dem "Ex" und wunderte sich über das Vorkommnis in der Liebe, dass einem irgendwann nicht mehr erklärlich ist, was man am Gesicht des anderen gefunden hat. Aber Hauptsache: Massel, Glück gehabt, noch einmal davongekommen.
Mit brüchigem Gesang wies die sehr wohl attraktive 31-Jährige auf ihre von ihr selbst als unvorteilhaft empfundenen Körperstellen genussvoll hin, weidete sich an der Lust am Unperfekten und blieb dabei, doch ein Schmetterling zu sein. Oder wenigsten eine Motte. Aber solcherlei tat sie still, ohne Vulgarität, in Reimkultur und nie abgedroschen.

Weniger still waren hingegen "Tonträger", vier Musiker aus Berlin, die gut gelaunt 60er-Jahre-Musik mit humorvollen Texten verquickten. Und
selten sah man bei einem Preisträgerkonzert der Hanns-Seidel-Stiftung E-Gitarren miteinander wetteifern, den Bassisten zu fröhlichem Gesang in
Pete-Townsend-Manier vor dem Schlagzeug niedersinken. Den Höhepunkt der Laune erreichte die Band mit ihrer Aufforderung "Let's Never Twist Again", einer klaren Absage an den Tanz und eine Aufforderung, im Leben das Pferd von hinten aufzuzäumen. Und bitteschön, wem ist es jemals so schön geglückt, aus Wortfetzen der Unentschlossenheit wie Ja, na ja, ne, ah, hm einen so tauglichen Kanon zu bilden?

Fazit: Das Preisträgerkonzert war eines der unterhaltsamsten seit langem. Von der Qualität der Nachwuchspreisträger wird sich auch der Fernsehzuschauer überzeugen können. Eine Erweiterung der Sendezeit soll dafür sorgen. Auch das ist neu bei den Liedern auf Banz.

Immer noch die "Zeit der Deppen", Holger Stiegler, Der Neue Tag 10.07.2017

Bad Staffelstein. Manche Dingen ändern sich nie - für die einen gilt "Gott sei Dank", für die anderen "leider". Das große Liedermacher-Festival auf der Wiese von Kloster Banz gibt es auch in diesem Jahr, zwar unter neuem Namen und neuer Organisation, aber trotzdem bewährt. Und es gibt Lieder und Texte, die sind auch nach bis zu 20 Jahren noch aktuell und leider nicht von der Realität überholt worden. An zwei Abenden mit demselben Programm begeistern am vergangenen Wochenende 13 Künstler und Gruppen der Kategorie Liedermacher jeweils sechs Stunden lang die gut 8000 Zuhörer.

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht - oder am Wochenende nur nach Hamburg schaut - erkennt schnell: Es ist die Zeit der Liedermacher. Jener Sänger, die eine Botschaft politischer und gesellschaftlicher Art im Gepäck haben. Die sich aktiv einmischen oder allein nur mit ihren Texten und Liedern wirken.

Mit klarer Kante
"Banz"-Urgestein Konstantin Wecker ist natürlich so einer, auch wenn er erst gegen 0.30 Uhr die Bühne betritt. Frisch, dynamisch und immer noch ein "Revoluzzer" zeigt er klare Kante gegen Rassismus und für Gerechtigkeit. Der Poet, Wutbürger und Idealist ist auch im 71. Lebensjahr nicht ruhiger geworden, er bleibt der Mann der großen Gesten und scharf formulierten Worte.
Ein ganz anderer Typ ist der Österreicher Gert Steinbäcker, "das erste S von STS". Mit neuer Band liefert er einen kraftvollen Auftritt auf, lässt mit großen Hits in Erinnerungen schwelgen und transportiert dabei klare Botschaften. "Zum Zuhör'n und Versteh'n is ma net mehr sehr bereit, die Leut' hab'n Angst vorm Fremden und a voreinand, heißt es im Titellied "Ja eh" des neuen Albums. Und er holt den "Großvater" zurück auf die Bühne und mit ihm die Zeit, in der es noch eine klare Reihenfolge gibt: "Z'erst überleg'n, a Meinung hab'n, dahinterstehn, niemals Gewalt, alles bereden, aber auch ka Angst vor irgendwem". Viel Applaus gibt es auch für den nicht weniger politischen STS-Klassiker "Kalt und kälter". Von seiner politischen Seite zeigt sich auch Werner Schmidbauer, im Gepäck ein über 15 Jahre altes Lied, das er angesichts der aktuellen Weltlage neu arrangiert hat: "Zeit der Deppen" stimmt er mit seinem Sohn Valentin an, die passenden Adressaten kann er in Hamburg ausmachen - Trump, Putin, Erdogan, aber auch gewalttätige Chaoten, die dem vernünftigen und sinnvollen Protest einen Bärendienst erweisen. Die "Zeit der Deppen" habe sich nach George W. Bush und Silvio Berlusconi schon verändert, wie Schmidbauer einräumt - aber sie sei schlimmer geworden, mit ihr die Werte der Welt ins Taumeln geraten.

Bewährtes Konzept
Das Konzept der "Lieder auf Banz" bewährt sich auch in diesem Jahr: Jeder Künstler steht etwa 20 Minuten auf der Bühne - und allesamt passen äußerst gut zum Liedermacher-Festival. Da sind der politisch denkende Udo-Lindenberg-Fan Sebastian Krumbiegel ("Die Prinzen"), der lyrisch-einfühlsame Schauspieler und Sänger Stefan Jürgens, die grandiose Stimme von Helen Schneider und der immer noch jugendlich wirkende Purple Schulz, der mit einem Neuarrangement seiner 80er-Hymne "Sehnsucht" begeistert. Ebenfalls auf der Bühne stehen
Willy Astor, Viva Voce (die durch den Abend führen) sowie die drei Nachwuchspreisträger der Hanns-Seidel- Stiftung Fee Badenius, Marcel Brell und Tonträger.

"Lieder auf Banz" wird zum Erfolg, Franz Märzke, Nordbayern.de

Bad Staffelstein. Die ehemelige Veanstaltung "Songs an einem Sommerabend" wuedr in der Neufassung die "Lieder auf Banz". Bis nach Mitternacht wurde auf dem Liedermacherfestival gefeiert.

Wieder war es ein toller Konzertabend unter freiem Himmel. Das neue Singer-Songwriter-Festival "Lieder auf Banz - Ein Abend mit Freunden" auf der Klosterwiese bei Kloster Banz wurde als Nachfolger der "Songs an einem Sommerabend" erstmals vom Veranstaltungsservice Bamber in bewährter Kooperation mit der Hanns Seidel Stiftung und dem Bayerischen Rundfunk durchgeführt. Vor atemberaubender Kulisse und in romanticsher Atmosphäre wurde am Freitag bis spät nach Mitternacht geschunkelt und gefeiert.